Fluglehrer-ausbildung in Oschatz

Vom 01.10. bis 16.10.2016 fand nun schon zum fünften Mal am Flugplatz Oschatz ein Ausbildungslehrgang zum Segelfluglehrer unter Leitung und Federführung durch den Luftsportverband Sachsen e.V.  statt.  6 Anwärter und eine Anwärterin aus Sachsen sowie ein Thüringer Segelflieger hatten sich angemeldet und absolvierten diesen wichtigen Abschnitt in ihrer Ausbildung zum Segelfluglehrer erfolgreich.

Neben den traditionellen praktischen und theoretischen Inhalten der Ausbildung wurde bei diesem Lehrgang auch Wert auf eine kritische Auseinandersetzung mit traditionellen Ausbildungsinhalten und Ausbildungsmethoden gelegt. Erstmalig wurde die Segelfluglehrerausbildung nach EU-Recht durchgeführt. Das bedeutete für die Anwärter – aber auch für die Dozenten – sich in die neuen Rechtsvorschriften einzuarbeiten. Daneben musste jeder Lehrgangsteilnehmer mindestens 20 Schulungsflüge absolvieren und knapp 60 Stunden Theorieunterricht über sich ergehen lassen.

Nachdem jeder Anwärter während des Lehrgangs selbst in die Rolle eines Fluglehrers „schlüpfen“ musste, gab es nicht selten Problemdiskussionen über aktuelle Tendenzen in der Vereinssegelflugausbildung.

Die Besatzung des Segelfluglehrerlehrgangs im Oktober 2016 – Anwärter und Ausbilder.

Neben den oben genannten Themen war ein weiterer wichtiger Diskussionsgegenstand die Frage, wie die Zukunft und Überlebensfähigkeit des Flugsports im Allgemeinen und die des Segelflugsports im Speziellen gesichert werden kann: So fand ein intensiver Meinungs- und Gedankenaustausch zu den Herausforderungen der Nachwuchs- und Mitgliedergewinnung, des Mitgliedererhalts in den Vereinen sowie über etwaige Möglichkeiten zur Attraktivitätssteigerung für Vereine statt. Dabei wurde zum Teil heftig über „traditionelle Werte“ contra „neue Besen kehren gut“ diskutiert.

Schließlich fand nach Abschluss des Lehrgangs eine umfangreiche Prüfung mit einem fliegerischen – hier waren drei Prüfungsflüge zu absolvieren –  und zwei theoretischen Anteilen in Form einer Lehrprobe sowie eines Prüfungsgesprächs statt. Alle 8 Anwärter haben darin bestanden und dürfen somit nach Eintrag der Lehrberechtigung in die Segelfluglizenz – zunächst unter Aufsicht – neue Flugschüler ausbilden.