Warum ein Flugzeugwartlehrgang ?

10 Mrz

LSCO informiert …

Warum ein Flugzeugwartlehrgang ?

  • Gibt es den noch ?
  • Wozu brauche ich den ?
  • Hat nicht die L-Lizenz den technischen Ausweis ersetzt ?
  • Ein Pilot-Owner darf das Gleiche wie ein Flugzeugwart !
  • Flugzeugwarte dürfen kein Seitenruder abbauen …

Das sind häufige Aussagen von Piloten und Pilotinnen der Luftsportvereine. Daher gleich vorne weg: Es gibt in unseren Vereinswerkstätten technisches Personal, welches die Arbeiten qualifiziert ausführt (Zellewart und Werkstattleiter) und es gibt Personal welches prüft, dass die Arbeiten den rechtlichen und praktischen Vorgaben genügen.

Es macht aus rechtlicher und praktischer Sicht Sinn, dass wir auch weiterhin technisches Personal ausbilden. Die Ausführung einer Tätigkeit einerseits und deren Freigabe andererseits sind also zwei verschiedene Säulen. Die Flugzeugwarte sollen eine qualifizierte Wartung und kleinere Reparaturen an unseren Luftfahrzeugen ausführen, welche häufig auch Schulflugzeuge sind. In vielen Ausbildungsbetrieben wird das technische Personal ausdrücklich verlangt. Die technischen Ausweise Z 1-3, WL 1-3 werden hier als Nachweis anerkannt.

Der Fliegerclub Strausberg e.V. hat im Namen der LSCO GmbH im September und November 2021 zwei Zellewartlehrgänge mit 15 Teilnehmern und 1 Teilnehmerin durchgeführt. Die Segel-, Motor- Motorsegler- und UL Flieger kamen überwiegend aus Brandenburg, Berlin, Sachsen und Mecklenburg Vorpommern. Das Luftfahrt bundesamt entsandte einen Mitarbeiter aus Braunschweig zur Fortbildung. Er beschäftigt sich mit der Zulassung von Amateurbauten. Wie zu erwarten, wurde hauptsächlich die Instandhaltung der „Faserverbundbauweise” angestrebt. Zu meiner großen Freude gab es aber auch 6 Teilnehmer, welche die Berechtigung „Holzbauweise“ erlangten. Als bekennender Oldtimerpilot des VGC ist das für mich sehr erfreulich.
Im Lehrgang kamen wir um trockene Theorie nicht herum. Der neue Part ML wurde ausführlich behandelt.

  • Was darf ich ?
  • Wo steht was ?
  • Wie bereite ich fachlich und rechtlich eine Instandhaltung vor und führe sie durch ?
  • Arbeitsplatz und Lagerhaltung ?
  • Welche Ersatzteile darf ich verwenden ?
  • Und vor allem: Formulare und Dokumentation !!!

Es folgten Fachvorträge u.a. zum Arbeitsschutz, Faserverbundbauweise, Holzbauweise und Sichern von Verbindungen. In der Werkstatt betrieben wir klassischen Flugzeugbau: Aus festem Material Staub erzeugen. Probestücke aus Glasfaser und Rippen aus Holz wurden gebaut. Beim Bespannen roch es nach Spannlack! Es koste te den meisten Teilnehmenden Überwindung, mit einem Hammer ein Loch in eine Astir Fläche oder eine Ka 7 Höhenruder zu schlagen. Wir brauchten aber nun einmal ein Probestück zum Reparieren. Wem das gelang, konnte auch noch Reparaturen an Teilen ausführen, welche wieder fliegen sollten. Sauber dokumentiert war das der erste Eintrag im eigenen Tätigkeitsnachweis. Natürlich musste jeder noch für die praktische Prüfung eine komplette Wartung eines Flugzeugs vorbereiten und vorführen. Hierfür standen ein Scheibe Falke SF 25, Schleicher K8, DG 500 und ein Grob Astir CS zur Verfügung. Am Ende bestanden alle die schriftliche Prüfung.

Der Fliegerclub Strausberg e.V. hat die Lehrgänge mit Personal und Technik unterstützt.
Ein besonderer Dank geht an Achim Maleschka, Felix Quitschau, Lennart Schulze, Livia Brandhorst und Claudia Zscheile.

Wir hoffen im September 2022 einen weiteren Zellewartlehrgang anbieten zu können. Auch angehende Werkstattleiter und Werkstattleiterinnen sind gerne willkommen. Die Termine werden über die Internetseiten der LSCO GmbH und des Fliegerclubs Strausberg e.V. bekannt gegeben.

Sven Brandhorst
Werkstattleiter des Fliegerclubs Strausberg e.V.

 

UHF
Ursula Hänle Fonds

Technikerausbildung

Am 01.04.2009 verstarb Ursula „Dr. Fiberglas“ Hänle. Aus ihrem Nachlass wurde unter dem rechtlichen Dach des FSV Stölln/Rhinow e.V. zum 26.10.2014 für zehn Jahre, also noch bis Oktober 2024, der „Ursula-Hänle-Fonds“ (UHF) geschaffen.

Für die nächsten drei Jahre stehen noch knapp 45.000,00 EUR zur Verfügung, um angehendes und bestehendes technisches Personal in den Segelflugvereinen der Neuen Bundesländer, sowie den Vereinen-ehemals West-Berlin – (z.B. über die sehr guten Möglichkeiten des LSCO in Dessau) aus- bzw. weiterzubilden. Warte, Werkstattleiter, Prüfer sowie andere Kompetenzträger im technischen Segelflug-bereich und alle, die es werden möchten, sollen sich angesprochen fühlen.

Lehrgangs-, Fahrt-, Unterbringungs- und Prüfungskosten werden durch den UHF direkt mit 85% übernommen. Bislang haben nur wenige Personen von dieser Gelegenheit Gebrauch gemacht. Ein anderer Förderzweck besteht darin, langjährigen ehrenamtlich arbeitenden Prüfern Kl. III aus den Neuen Bundesländern eine – 85% Sponsoring – Nutzt die Chance! einmalige Geldspende aus Ullas Vermögen in Höhe von jeweils 1100,- EUR zukommen zu lassen. Von den 12 in Frage kommenden Personen haben neun eine Spende beantragt und erhalten. Ein großes und ganz herzliches Dankeschön an Ursula Hänle.

Alle Erklärungen und Formulare finden sich auf der Webseite http://uhf.edor.org/. Für alle Fragen wendet euch bitte direkt an den Vorsitzenden des FSV Stölln/Rhinow e.V., Johannes Hille, unter oder 0179-9102715.

Johannes Hille